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Vita

Vita und Lebensstationen

Berlin

Geboren in Berlin-Tempelhof. Erste Lebensjahre in Berlin-Kreuzberg. Aufgewachsen in Berlin-Spandau. Zum Gymnasium gegangen in Berlin-Charlottenburg. Erste eigene Wohnung in Berlin-Schöneberg.

Studium

FU Berlin: Grundstudium der Theaterwissenschaften. Dann ab in die Praxis nach einer

Schauspielausbildung

In Berlin und München.

Schauspielengagements

in der Schweiz: Solothurn, Winterthur, Bern, Zürich und in verschiedenen Städten in Deutschland wie in München, Berlin, Annaberg-Buchholz, Stuttgart, Mayen u.a.

Regieassistenzen und – hospitanzen

bei Peter Zadek, Matthias Brennen, Jochen Heyse, Pierre Leon u.a.

Regie

Erste Inszenierungen in der freien Szene Berlins. Entdeckung für das Staatsschauspiel Dresden. Danach Inszenierungen über zwei Jahrzehnte an unterschiedlichen Theatern in Meiningen, Magdeburg, Celle, Quedlinburg, Berlin, Hannover u.a.

Drehbuchausbildung

bei Wolfgang Pfeiffer

Inszenierungen von Firmenevents

für Bertelsmann

Trainerausbildung

zum zertifizierten Bewerbungscoach beim Forum Berufsbildung in Kooperation mit Hesse / Schrader

Trainer und Dozent

seit 2007 bei Firmen, Hochschulen, Agenturen, Kammern und Verbänden

Coach

für Führungskräfte, die sich auf Redeauftritte vorbereiten (Vortrag, Präsentation, Rede, Pitch, Medienauftritt).

Speaker

für Rhetorik, Präsentation und Motivation.

Vita

Der ausführliche Lebenslauf

Vita

Peter Lüder erzählt: „2009 inszenierte ich als Theaterregisseur  „Nathan der Weise“ von Ephraim Lessing. Es war meine 40. Inszenierung. Mein Weg dahin begann direkt nach dem Abitur in Berlin.

Ich ging an die Freie Universität Berlin und studierte Theaterwissenschaften. Doch schnell zog es mich auf die Bühne und ich nahm Schauspielunterricht. In Tennessee Williams „Endstation Sehnsucht“ stand ich zum ersten Mal auf einer professionellen Bühne. Das war in der Schweiz am Städtebundtheater Biel/ Solothurn.

Meine Schauspielkarriere führte mich in den folgenden 10 Jahren nach Zürich, Winterthur, München, Bern, Berlin, Annaberg-Buchholz, Stuttgart, Mayen. Ich stand in Shakespeare-Stücken genauso wie in Komödien, als verrückter Kaiser Caligula von Camus genauso wie als Indianer auf der Bühne. Doch meine Sehnsucht zog mich weiter. Ich wollte Regisseur werden.

Schon während meiner Studienzeit an der FU Berlin hatte ich erste Hospitanzen bei so bekannten Regisseuren wie Peter Kupke und Gert Klingenberg gesucht. Dies setzte ich konsequent auch neben meiner Schauspieltätigkeit fort. Ich übernahm Regiehospitanzen und –assistenzen bei ganz unterschiedlichen Regisseuren. Zuletzt war ich bei dem großen Peter Zadek am Berliner Ensemble. Danach wollte ich selber inszenieren.

Das Ziel war klar: Ich wollte ans Stadttheater und dort Regie führen. Doch ein junger Regisseur ohne Erfahrung hat wenig Chancen, genommen zu werden. Da schaffte ich mir meine Chancen eben selber. Ich begann in Berlin freie Produktionen zu planen, zu konzeptionieren, zu finanzieren und schließlich durchzuführen. In vier Jahren brachte ich es auf acht Produktionen, was eine beachtliche Zahl war. In meinem damaligen Umfeld schaffte das sonst niemand. Diese Zeit war schön, doch sehr kräftezehrend. Gerade als ich nicht mehr wusste, wie lange ich das noch durchhalten würde, wurde ich entdeckt.

Im Sommer 1998 lief meine Inszenierung von „Leonce und Lena“, diesem wunderbaren Stück von Georg Büchner. Da fand eine Dame aus der Leitung des Staatsschauspiels Dresden den Weg in meine Aufführung. Sie fand es sehr gut, engagierte mich – und mit einem Mal war ich Staatstheaterregisseur. Nach einer sehr erfolgreichen Inszenierung von „Disco Pigs“ von Enda Walsh in Dresden ging es plötzlich wie von selbst.

Das Telefon klingelte und ich war engagiert am Staatstheater in Meiningen. Es folgten Regieengagements in Magdeburg, Celle, Berlin, München, Quedlinburg, Hamburg, Hannover und noch einigen weiteren Städte. Es war eine bewegte Zeit als freier Künstler. Trotz aller Unsicherheiten habe ich es sehr genossen.

Doch wenn ein Kind in das eigene Leben tritt, verliert es seinen Reiz, nicht zu wissen, ob die Miete am Monatsanfang da sein wird. Dazu wuchs nach 20 Jahren Theaterarbeit eine neue Sehnsucht in mir: Ich wollte etwas bewegen, Menschen noch auf andere Art erreichen, sie auf direkte Weise unterstützen. Als ein Freund mit einer Frage auf mich zukam, da wusste ich noch nicht, dass ich hier meinen neuen Weg finden würde.

Dieser Freund war in das Management eines Konzerns aufgestiegen. Und er fragte mich, ob ich ihm nicht helfen könnte, sein Auftreten zu verbessern, er müssen jetzt so viel reden und präsentieren. Das tat ich. Und es hatte gewaltige Folgen. Er redet mittlerweile mit großem Erfolg auch vor kleinen, großen und sehr großen Gruppen. Und die Folgen für mich?

Mir war bis dahin gar nicht klar, dass Menschen im Berufsleben sehr viel aus meiner Erfahrung am Theater mitnehmen können. Angefangen mit dem Umgang mit Lampenfieber geht es über den dramaturgischen Aufbau bis hin zur mitreißenden Performance. Und ich liebe die intensive Arbeit mit Menschen, die beständig zwischen inhaltlichem und persönlichem Zugang changiert. Hier fand ich mein neues Ziel und meine neue Sehnsucht – eine zweite Berufung. Doch noch bevor ich so richtig an die Umsetzung gehen konnte, kam der Rückschlag.

2007 inszenierte ich in Hamburg. Nach der Premiere kam ich auf die Idee, mich noch nachts im Auto mit nach Berlin nehmen zu lassen. Doch ein Tier lief über die Straße, der Fahrer verriss – und ich wurde bei hoher Geschwindigkeit aus dem Auto geschleudert.

Ich war schwerverletzt. Eigentlich hätte ich sterben müssen. Glücklicherweise kam ein Helfer, der verhinderte, dass ich verblutete. Und schließlich kam auch der Rettungswagen, der mich in Richtung OP, auf die Intensivstation und ins künstliche Koma transportierte.

Es stand auf Messers Schneide, doch ich überlebte. Nachdem ich aus dem Koma erwacht war, musste ich allerdings erfahren, dass ich ein Bein verloren hatte. Fortan sollte ich auf eine Prothese angewiesen sein.

Das war hart. In persönlichen Tälern war mir immer auch mein Beruf eine Stütze. Stets war es so, dass, wenn ich etwas machte, ich auch zu 100 Prozent dahinterstand. Doch wie sollte das jetzt gehen? Wie sollte ich meinem Traum folgen, anderen das Stehen und Reden vor Gruppen beizubringen? Wie sollte ich diesen neuen Weg jetzt gehen?

Ich konnte anfangs nicht einmal stehen. Ich lag im Bett, ich fuhr im Rollstuhl. Nach vier Monaten begann die Prothesenversorgung. Das Laufen musste ich völlig neu erlernen. Fröhlich sein war eine Herausforderung. Mein Körper hatte sich verändert. Meine Beweglichkeit auch. Doch Schritt für Schritt merkte ich: Ich hatte mich nicht wirklich verändert. Äußerlich sah ich etwas anders aus, doch meine Seele, meine Persönlichkeit hatte sich nicht verändert. Ich wollte immer noch ein schönes Leben führen, immer noch fröhlich sein, immer noch mit Menschen zusammen sein und ihnen etwas geben.

Wenn mir heute Menschen sagen, sie werden das nicht schaffen, auf eine Bühne zu treten und dort redend überzeugen – wenn mir Menschen sagen: „Ja, natürlich, Sie können das, Herr Lüder, Sie sind ja auch Schauspieler“, dann kann ich nur sagen: Ich habe alles wieder von vorne lernen müssen. Stehen, gehen, Unsicherheit überwinden, Souveränität erkämpfen, reden, ohne sich zu kontrollieren, Spaß haben, Spaß vermitteln, wieder eins werden mit sich selbst. Eine längere Zeit war das harte Arbeit. Dann ging es besser. Schließlich kam ich wieder zu mir. Schließlich war die Unsicherheit überwunden. Daher weiß ich: Es geht!

Menschen, die zum mir kommen in Training und Coaching, sollen sich entfalten können. Sie bekommen von mir keine Regeln, sondern den Weg zu ihrer eigenen, individuellen Überzeugungskraft, zum selbstverständlichen Einsatz ihrer Persönlichkeit. Wie in meinen Vorträgen vermittle ich auch in Training und Coaching, dass jeder seinen eigenen Weg hat. Diesen Weg muss jeder selber gehen. Doch mit etwas Unterstützung ist das leichter als man anfangs manchmal denkt. Und es trägt wunderbare Früchte. Wer lernt, sich selbst zu vertrauen, der wird nicht nur überzeugend, der gewinnt auch Glück und Selbstsicherheit im Leben.

Nach einigen Monaten hatte ich Krankenhaus und Rollstuhl verlassen und gewöhnte mich an die Prothese. Ich lernte, mit ihr zu laufen. Ich übte viel. Und ich machte eine Trainerausbildung.

In dem Maße, in dem meine Selbstsicherheit zu mir zurück kam, indem sich die Gegenwart mit meiner Theatererfahrung verband, mein Spaß an Leben und Beruf wieder so groß war wie vor dem Unfall – und manchmal sogar größer – kamen immer mehr Firmen sowie Einzelpersonen auf mich zu, damit ich sie schule im professionellen Auftreten. Mittlerweile bin ich stark gebucht als Trainer für Präsentation und Rhetorik und als Coach für Vorträge, Präsentationen und Medienauftritte.

2012 stellte ich mich einer neuen Herausforderung. Ich wollte mein Wissen und meine Erfahrung als Präsentationscoach mit Theaterwurzeln aufschreiben, so dass es meine Inhalte vermittelt und dabei Spaß macht zu lesen. 2014 erschien mein Buch „Wie würde Johnny Depp präsentieren – Was Sie von Schauspielern für Ihren Vortrag lernen können“ bei redline und ich bin Autor. Herausforderungen sind etwas Schönes.

Als Speaker halte ich über das Thema „Professionell Präsentieren“ und aus meiner Geschichte heraus darüber, wie man trotz Rückschlägen zu Glück und Erfolg zurückkommen kann („GLÜCK TROTZ RÜCKSCHLAG“), Vorträge. Dieser Weg zurück auf die Bühne ist ein bisschen wie nach Hause kommen.

Auch als Regisseur arbeite ich noch. Doch wenn jemand anruft und sagt: „Herr Lüder, wir brauchen Sie als Unterstützung für unsere nächste Präsentation“ oder „Herr Lüder, könnten Sie unseren Mitarbeitern und Kunden etwas aus Ihrer Erfahrung erzählen“, dann bin ich da und nicht mehr im Theater. Auch eine Sehnsucht kann ein neues Zuhause bekommen.